Mit Nicolas Walther, Aaron Huber und Lois Ursprung fehlten gleich drei Spieler ferienbedingt. Zudem musste das Team weiterhin auf seinen verletzten Captain Yves d'Hooghe verzichten, der seine Mannschaft einmal mehr nicht auf dem Feld unterstützen konnte. Vier Absenzen, die bei manch anderem Team durchaus für Sorgenfalten gesorgt hätten.
Nicht so beim Schweizer Rekordmeister. Denn trotz der fehlenden Akteure konnten die Gossauer eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten, die dem unterklassigen Gegner aus Mümliswil von Beginn weg deutlich machte, wer an diesem Tag das Sagen haben würde. Die Breite und Qualität des Gossauer Kaders zeigte sich einmal mehr eindrücklich. Auch ohne mehrere Stammkräfte verfügt das Team über genügend individuelle Klasse und offensive Durchschlagskraft, um einem Gegner das Leben äusserst schwer zu machen.
Neun Tore im Startdrittel sorgen früh für klare Verhältnisse
Wer auf einen spannenden Cupfight und eine mögliche Überraschung gehofft hatte, wurde bereits in den ersten 20 Minuten eines Besseren belehrt. Die Gossauer übernahmen von Beginn weg das Kommando und zeigten sich in der Offensive in bester Torlaune. Angriff um Angriff rollte auf das Tor der Mümliswiler zu, die mit dem Tempo und der Qualität des Favoriten ihre liebe Mühe bekundeten. Bereits nach dem ersten Drittel leuchtete ein deutliches 9:3 von der Anzeigetafel. Neun Treffer in gerade einmal 20 Minuten – die Gossauer Offensive hatte ihren Arbeitstag definitiv mit viel Elan begonnen. Zwar gelang es auch den Gästen, dreimal erfolgreich abzuschliessen, doch am Kräfteverhältnis änderte dies herzlich wenig.
Spätestens mit dem Pausenpfiff war klar, dass eine Überraschung an diesem Tag wohl ausbleiben würde. Sechs Tore Vorsprung nach einem Drittel sind selbst im torreichen Kleinfeldunihockey ein ordentliches Polster. In der Halle dürfte jedenfalls kaum noch jemand ernsthaft an eine Wende geglaubt haben.
Keine Nachlässigkeiten – Gossau zieht sein Spiel durch
Eine frühe, komfortable Führung birgt bekanntlich auch Gefahren. Gerade gegen einen unterklassigen Gegner kann es schnell passieren, dass die Konzentration nachlässt, die Defensivarbeit vernachlässigt wird und plötzlich unnötige Hektik aufkommt. Doch die Gossauer hatten an diesem Tag offensichtlich wenig Interesse daran, den Gegner nochmals ins Spiel zurückkehren zu lassen.
Auch im weiteren Verlauf der Partie blieb der UHCevi spielbestimmend und setzte seine offensive Spielfreude konsequent fort. Die Mannschaft liess sich vom deutlichen Vorsprung nicht aus dem Konzept bringen und zeigte über die gesamte Spielzeit eine souveräne Leistung. Mümliswil versuchte zwar, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, fand gegen die Gossauer Qualität aber keine entscheidenden Mittel.
Dass am Ende auch acht Gegentore auf dem Matchblatt standen, dürfte die Verantwortlichen zwar nicht restlos begeistern. Allerdings sollte man bei einem Cupspiel mit insgesamt 29 Treffern auch die Kirche im Dorf lassen. Entscheidend war, dass die Gossauer jederzeit die Kontrolle behielten und nie ernsthaft Gefahr liefen, die Partie noch aus der Hand zu geben.
Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter 21:8-Erfolg. Die Gossauer hatten ihre Pflichtaufgabe nicht nur erfüllt, sondern mit einer offensiven Machtdemonstration ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Der Klassenunterschied zwischen dem Erstligisten und dem Schweizer Rekordmeister war über die gesamten 60 Minuten unverkennbar.
Der Viertelfinal – für Gossau zuletzt eine unüberwindbare Hürde
So erfreulich der souveräne Achtelfinalerfolg auch ist, die wirklich grosse Herausforderung wartet für den UHCevi Gossau erst noch. Denn der Cupwettbewerb hat sich in den vergangenen Jahren zu einer ganz besonderen Geschichte entwickelt – und leider nicht immer zu einer erfreulichen. Fünfmal in Serie mussten die Gossauer im Viertelfinal die Segel streichen.
Fünfmal war der Traum vom nächsten Cupsieg bereits unter den letzten acht Mannschaften zu Ende. Für einen Verein, der mit 11 Schweizermeistertiteln und fünf Cupsiegen zu den erfolgreichsten Mannschaften der Schweizer Kleinfeldgeschichte gehört, ist dies eine bemerkenswert lange Durststrecke.
Während die Gossauer in der Meisterschaft immer wieder ihre Klasse unter Beweis stellen konnten, wollte es im Cup zuletzt einfach nicht mehr klappen. Ob fehlendes Wettkampfglück, ein unglücklicher Spielverlauf oder schlicht ein Gegner, der am entscheidenden Tag besser war – die Gründe für das jeweilige Ausscheiden waren unterschiedlich. Das Resultat blieb jedoch stets dasselbe: Endstation Viertelfinal. Damit soll nun endlich Schluss sein.
Die aktuelle Mannschaft bringt zweifellos die Qualität mit, um diesen Negativlauf zu beenden. Der gelungene Umbruch der vergangenen Jahre hat eine schlagkräftige Mischung aus erfahrenen Routiniers und jungen, hungrigen Spielern hervorgebracht. Die individuelle Klasse ist vorhanden, die Kaderbreite stimmt und auch die Ambitionen sind unverändert hoch. Doch gerade die vergangenen Cupjahre haben eines eindrücklich gezeigt: Mit Qualität allein gewinnt man noch keinen Viertelfinal. Auf dem Papier mag Gossau gegen viele Gegner als Favorit antreten, doch entschieden werden solche Partien bekanntlich auf dem Spielfeld. Und dort braucht es neben spielerischer Klasse auch die nötige Konsequenz, Disziplin und manchmal schlicht das berühmte Quäntchen Glück.
Die Auslosung bringt den nächsten Gegner
Bereits in der kommenden Woche wird ausgelost, wer sich den Gossauern im Viertelfinal entgegenstellen wird. Auf welchen Gegner die Mannschaft treffen wird, ist aktuell noch offen. Klar ist hingegen, welches Ziel sich der UHCevi gesetzt hat: Der Einzug in den Halbfinal soll endlich wieder Realität werden. Der deutliche Sieg gegen Mümliswil war dafür ein gelungener nächster Schritt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Gossauer haben ihre Favoritenrolle eindrücklich bestätigt und können mit viel Selbstvertrauen auf die nächste Cupaufgabe blicken. Nun gilt es, die gute Form mitzunehmen und im entscheidenden Moment bereit zu sein. Denn eines ist sicher: Auf einen sechsten Viertelfinal-K.o. in Serie hat beim UHCevi Gossau definitiv niemand Lust. Fünfmal ist genug. Jetzt soll der Viertelfinal-Fluch endlich fallen – und der Traum vom sechsten Cupsieg weiterleben.
21. J. Abbühl (A. Abbühl) 3:10, 23. A. Abbühl (J. Abbühl) 3:11, 30. Mümliswil 4:11, 32. A. Abbühl (J. Abbühl) 4:12 (PP), 34. Walter (Gut) 4:13, 36. Herrmann (Kern) 4:14, 36. Gut (Walter) 4:15, 38. J. Abbühl (A. Abbühl) 4:16, 40. Kern (Schmid) 4:17;
41. Walter (J. Abbühl) 4:18 (PP), 45. Mümliswil 5:18 (PP), 45. Hürlimann 5:19, 48. Mümliswil 6:19, 50. Mümliswil 7:19 (SH), 51. Walter 7:20 (PP), 57. Mümliswil 8:20, 58. Schmid (Ehrensperger) 8:21.