Das zweite Viertelfinalspiel gegen Lengnau gehört definitiv in diese Kategorie. Am Ende steht ein 11:10-Sieg für den UHCevi Gossau – verdient, spektakulär und mit einem kleinen Warnhinweis versehen.
Blitzstart und offensive Dominanz
Die Gossauer legten los, als hätten sie den Bus direkt auf den Platz gefahren. Früh wurde Druck gemacht, die Chancenverwertung stimmte, und defensiv stand man kompakt. Das Resultat nach dem ersten Drittel: eine komfortable 5:2-Führung. So darf man in ein Playoffspiel starten – effizient und zielstrebig.
Im zweiten Drittel wurde dann weiter aufgedreht. Lengnau fand kaum Antworten auf das variable Offensivspiel der Gossauer. Die Kombinationen liefen, die Abschlüsse waren konsequent – und plötzlich stand es 10:5. Ein Spiel, das zu diesem Zeitpunkt praktisch entschieden schien. Praktisch.
Wenn der Gegner alles riskiert…
Doch wer Unihockey kennt, weiss: Ein Spiel ist erst vorbei, wenn die Sirene ertönt – und manchmal nicht einmal dann ganz ohne Zittern. Lengnau nahm früh den Torhüter raus und setzte alles auf eine Karte. Der zusätzliche Feldspieler zeigte Wirkung.
Tor um Tor kämpfte sich der Gegner zurück. Die Gossauer Defensive geriet ins Wanken, die Ordnung ging teilweise verloren, und plötzlich stand es nur noch 10:9. Ein Spiel, das schon entschieden war, wurde wieder zur offenen Angelegenheit.
Zum Glück behielt Gossau in dieser Phase – zumindest offensiv einen kühlen Kopf. Das erlösende 11:9 fiel zum richtigen Zeitpunkt. Auch wenn Lengnau nochmals verkürzen konnte, brachte man den Vorsprung mit vereinten Kräften über die Zeit.
Teamleistung und Fans als Schlüssel
Was bei aller Dramatik nicht untergehen darf: Diese Partie wurde als Team gewonnen. Jeder hat seinen Beitrag geleistet – sei es mit Toren, Defensivarbeit oder wichtigen Aktionen in den entscheidenden Momenten.
Und dann wären da noch die Fans. Was von den Rängen kam, war schlichtweg Playoff-würdig. Lautstark, leidenschaftlich und immer da, wenn es eng wurde. Gerade in der hektischen Schlussphase war die Unterstützung spürbar – vielleicht der berühmte zusätzliche Prozentpunkt, der am Ende den Unterschied macht.
Halbfinale voraus, ein alter Bekannter wartet
Mit diesem Sieg zieht der UHCevi Gossau in den Halbfinal ein. Dort wartet mit Nuglar-United ein alter Bekannter – und sicherlich kein einfacher Gegner.
- Spiel 1: 28. März, 17:00 Uhr Pfaffenholz, Basel
- Spiel 2: 29. März, 18:00 Uhr in der AL Arena
- Modus: Best of Three
- Allfälliges Spiel 3: 4. April (Ostersamstag), 18:00 Uhr, Pfaffenholz, Basel
Die Ausgangslage ist klar: Das Potenzial ist da, die Qualität sowieso. Aber Spiele wie dieses zeigen auch, dass man sich keine längeren Schwächephasen leisten darf – schon gar nicht im Halbfinal. Jetzt gilt es, die Lehren mitzunehmen – und dann mit voller Energie in die nächste Serie zu starten. Wir freuen uns auf zahlreiche Unterstützung unserer treuen Fans.
21. J. Abbühl (d'Hooghe) 2:7, 26. d'Hooghe (J. Abbühl) 2:8 (PP), 29. Lengnau 4:8, 31. Wyler (J. Abbühl) 4:9 (PP), 36. J. Abbühl (d'Hooghe) 4:10, 38. Lengnau 5:10;
41. Lengnau 6:10, 49. Lengnau 7:10, 53. Lengnau 8:10, 56. Lengnau 9:10, 57. J. Abbühl (d'Hooghe) 9:11, 58. Lengnau 10:11.